Fetchmail ist ein POP und IMAP Connector der Mails von einem Server abholt und an einen SMTP Server weiterleiten kann. Wir in der Firma benötigen sowas um die Mails aus den Postfächern, die bei 1und1 gehostet sind, abzuholen und unserem Domino Server zur Weiterleitung an die jeweilige Maildatenbank zu geben.
Der Domino Server selber kann leider keine POP3 oder IMAP Postfächer abholen...
Da unser aktuell eingesetztes Programm PopCon komischerweise nach mehreren Jahren den Dienst verweigerte (manche Mails verursachten den Fehler 554 der das Programm zum Stolpern brachte), mussten wir uns nach einer stabilen Ersatzlösung umsehen, und da kam Fetchmail gerade recht.
Also haben wir in eine VM Ubuntu Server 12.04 64 Bit installiert und nach der Einrichtung des Systems mit folgendem Befehl fetchmail installiert:
sudo apt-get install fetchmail
Damit ist das Programm auch schon drauf. Was nun noch zu tun ist, ist die fetchmail-Config Datei anzupassen (hier kommen die POP3 bzw. IMAP Kontodaten rein) und danach den fetchmail Dienst zu starten. Das alles passiert über die Kommandozeile.
Konfigurationsdatei öffnen:
Da ich mich mit vim (Texteditor) nicht auskenne, habe ich mit dem Befehl
sudo apt-get install nano
den Texteditor nano installiert.
Die Konfigurationsdatei öffnet man dann via:
sudo nano -w /etc/fetchmailrc
fetchmailrc Inhalt:
Allgemeines:
set logfile /var/log/fmail.log
set postmaster "postmaster@domain.de"
Benutzerkonten:
poll pop.1und1.de envelope "X-Envelope-To" proto POP3 username "v.nachname@domain.de" password "1234" is "v.nachname@domain.de" smtphost Dominoservername
poll pop.1und1.de envelope "X-Envelope-To" proto POP3 username "v.nachname2@domain.de" password "1234" is "v.nachname2@domain.de" smtphost Dominoservername
Benutzerkonten werden also in folgender Syntax eingegeben:
poll [POP3/IMAP Server] envelope "X-Envelope-To" proto [PROTOKOLLNAME] username "[MAILADRESSE]" password "[PASSWORT]" is "[MAILADRESSE]" smtphost [MAILSERVERNAME]
Achtung! Groß und Kleinschreibweise ist zu beachten (wie egtl. immer unter Linux).
Start des Dienstes
Um dann noch den Dienst zu starten, gibt man folgendes ein:
sudo /etc/init.d/fetchmail start
Statt "start" steht auch "stop" oder "restart" zur Auswahl. Was auch praktisch ist bei anfänglichen Schwierigkeiten den Dienst zum Laufen zu bewegen, ist der parameter "debug-run".
Jetzt sollte fetchmail laufen und die Mails abholen. Falls nicht kann man sich natürlich die Protokolldatei ansehen, deren Speicherort wir oben in der Konfigurationsdatei festgelegt haben.
Protokoll Datei ansehen:
tail -f /var/log/fmail.log
Und so sieht das dann aus, wenn es fertig ist ;-)

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