Eigentlich wollte ich mir ja lediglich die URL sichern, aber das ist mir dann doch etwas zu heiß. Stattdessen ein kleines Essay hier an diesem schnuckeligen, facebookfreien Plätzchen:
Im Prinzip kann ich wirklich froh sein, dass ich schon aus der Pubertät raus und einiges über 20 bin. Glücklich auch deswegen, da ich leider im Laufe meiner Zeit im Internet einiges über die Schattenseiten von Facebook und Konsorten lernen konnte.
Leid tun mir wirklich nur all diejenigen, die es nicht (besser) wissen können und wollen. Zu meiner Zeit (als Jugendlicher) hatte man, wenn es hoch kommt, eine eigene E-Mail Adresse und nutzte ICQ oder IRC zum chatten. Vielleicht jeder hundertste hatte noch eine Geocities oder Tripod Webseite, auf der er seinen Content abladen konnte, und das war es dann auch schon.
Heutzutage allerdings kann ja jeder Zehnjährige alles über sich, seine Familie und seine Freunde preisgeben. Dazu muss er gar nicht viel machen. Ein paar Infos hier, ein paar Verknüpfungen zu dem und dem, und schon lässt sich alles wunderbar analysieren.
Fairerweise muss man zugegeben, dass vor zehn bis fünfzehn Jahren das Internet noch eine einigermaßen heile Welt war, in der nicht hinter jeder Ecke das Erfassen von persönlichen Daten zu vermuten war, in welcher nicht jede Seite alles, das man ihr anvertraut hat, bis ins Unendliche und noch viel weiter gespeichert hat. Zumindest nicht im großen Stil. Doch dass sich damit massig Kohle machen lässt, sieht man ja unter anderem an MySpace, Twitter, Facebook und Kollegen.
Natürlich haben die Social Networking Nutzer davon auch etwas, doch ich wette, dass der Nachteil in... sagen wir mal, zwei (und da bin ich mutig) bis zehn Jahren deutlich größer sein wird.
Wahrscheinlich ist es einfach 99 % aller Nutzer aber auch einfach scheiß egal, ob ihre Daten auch für marktforschungs- und sonstige Zwecke verwendet werden. Hauptsache man sieht die Pics der Friends vom Wochende mit allen Comments und Tweets, zeitlich und geografisch nach Location sortiert, egal ob man sich im Kundus oder in Novosibirsk befindet. Die sinnlos verbratene Zeit, die darin investiert wird, sein Profil upzudaten, mal ganz außer Acht gelassen.
Klar, gäbe es heute keinen Marc Zuckerberg (wäre er beispielsweise von einem schönen, blauen Lastwagen überfahren worden), hätte es schon längst jemand anderes "erfunden". Die Zeit war einfach reif dafür. Was MySpace schlecht vorgemacht, StudiVZ und AsdfVZ besser nachgemacht haben, musste im Web 2.0 Zeitalter einfach generalüberholt werden. So ist der Lauf der Dinge - im Internet.
Leider ist nicht alles, was im Internet kostenlos angeboten wird, auch frei. Das sollte man doch immer berücksichtigen.
Ich bin mal gespannt, ob es irgendwann mal soweit kommt, dass man nicht mehr als Mensch akzeptiert wird, wenn man keinen Facebook, Twitter und so weiter Account hat. Gibt es einen dann überhaupt noch? Existiert man dann überhaupt?
To be continued...
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