AMD Triple Core Phenom Prozessoren vertragen sich nicht mit einem Microsoft SQL Server bzw. der Microsoft SQL Server Desktop Engine (MSDE), und schon gar nicht dem betagten SQL Server 2000. Diese mögen nämlich keine ungerade Anzahl von Prozessoren > 1. Soviel habe ich mittlerweile herausgefunden...
Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Hardwaretausch. Unschön bei einem nagelneuen Laptop.
- Aus dem Triple Core einen Dual Core oder Quad Core machen, da ein Triple Core wohl (zumindest meinen Recherchen nach) ein abgestufter Quad-Core ist. Das Freischalten des vierten Kerns war bei uns aber leider wegen einem HP BIOS nicht möglich. Mehr dazu hier. Das Deaktivieren des dritten Kerns ginge beispielsweise via MSCONFIG.
- Den SQL-Server in eine VM mit einem oder zwei Prozessoren auslagern.
Wir haben uns für die dritte Variante entschieden (zum einen, weil die Reduzierung der Kerne via MSCONFIG keine Auswirkung zeigte und zum anderen, weil wir dadurch noch andere Vorteile haben). Zuerst haben wir es mit dem VMWare Player probiert. Anfangs hat auch fast alles geklappt, PING von der VM zum Wirt und umgekehrt ging, nur die Ports 1433 und 1434 für den SQL Server Dienst konnten nicht kommunizieren.
Per PortQuery-Tool (Link) Tool konnte man dann auch sehen, dass die Verbindungen nicht durchkamen. Und das obwohl weder eine Firewall noch sonst irgenwas den Traffic gefiltert hat.
Interaktiver Modus von Portquery
portqry -i -n NAME_DER_VM
dann noch ein
q sql
eingeben und PortQuery testet die SQL Ports.
Manuell gehts so:
portqry -n NAME_DER_VM -p BOTH -e 1433
Mit VMWare Workstation 6.5 hat es dann überhaupt nicht mehr geklappt. Der HAL scheint die drei Kerne nicht zu mögen und verweigerte den Start des SQL Server Dienstes in der VM.
Zu guter letzt haben wir dann die VM komplett neu in Oracles VirtualBox eingerichtet und konfiguriert. Als Netzwerktyp haben wir dabei den "Host-only Adapter" mit dem Promiscuous-Modus "erlauben für allen VMs und den Host" eingestellt.
Und damit hat dann auch endlich die Kommunikation vom Wirt zum Gast SQL-Server geklappt. Das ganze hat etwa 8 Stunden gedauert.
Um die VM nun auch noch automatisch ohne Interface zu starten, kann man folgenden Befehl verwenden:
"C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\VBoxHeadless.exe" -startvm "NAME_DER_VM"
Das Batch-Script fügt man am besten via "gpedit.msc -> Benutzerkonfiguration -> Windows-Einstellungen / Scripts (Anmelden/Abmelden)" hinzu, dann bleibt kein Konsolenfenster offen.
